Bau und Einrichtung eines Holzterrariums für Python regius

Vorweg:
Königspythons leben in ihrer afrikanischen Heimat in verlassenen Nagetierbauten, Termitenhügeln oder ähnlichen Verstecken. Dort haben sie es dunkel und eng. Um diesen Lebensraum nachzuempfinden braucht ein python regius Terrarium nicht groß zu sein. Im Gegenteil, die meisten Tiere fühlen sich in kleineren Becken wohler. Ebenso darf das Terrarium nicht hoch sein, denn diese etwas pummeligen Schlangen sind keine besonders guten Kletterer. Durch ihr Gewicht können sie sich bei einem Sturz schnell verletzten.


Korpus:
Der OSB-Korpus ist daher 120cm lang, 60cm hoch und 65cm tief. Da nur wenig Beleuchtung gebraucht wird gibt es hier (im Gegensatz zum Becken der Kornnattern) keinen Lichtkasten. Die Beleuchtung und der Schutzkorb werden später einfach dran geschraubt. Die Heizmatte wird direkt ins Terra gelegt und der Stecker durch eine Bohrung an der Seite nach draussen geführt.

 

Belüftung
Da die Glasscheiben in der Mitte einen Spalt lassen reichen zwei kleine Lüftungslöcher in der Front aus. Ob die Lüftung ausreicht kann man leicht prüfen: Man stellt eine Kerze ins (leere) Becken. Flackert die Flamme gibt es einen zu starken Luftzug, d.h. zuviel Lüftung. Sprüht man abends und am Morgen sind die Scheiben immernoch beschlagen gibt es zuwenig Lüftung.


Dämmung:
Den OSB-Korpus dämmt man nun mit Styroporplatten. Wir haben dafür 5cm starke Platten genommen, denn ein Königspython-Becken muss auf afrikanische Werte geheizt werden. Um Energie zu sparen sollte daher die Dämmung gut sein. Ausserdem kann man nur in ausreichend dicke Platten auch große Liegeflächen verankern. Sind die Rückwandplatten angeklebt kann man die zurecht geschnittenen Liegeflächen mit Zahnstochern, Spiessen oder Rundhölzern verankern (ich hab leere Stifte verwertet *g*). Um die makellose Rückwand etwas "natürlicher" aussehen zu lassen (Höhlenoptik) haben wir Bauschaum an die Rückwand geschmiert und unregelmässig aufgehen lassen. Das ist eine ziemliche Sauerei, man muss unbedingt Handschuhe tragen. Bauschaum unter die Ebenen gespritzt verleiht ihnen zusätzlichen Halt.


Versiegelung:
Nun wird Fliesenkleber aufgetragen, der das Styropor schützt und gleichzeitig auch noch super aussieht. Der sandige Fliesenkleber verbirgt das Styropor und gibt dem ganzen eine Stein-Optik. Nun ist die Beschichtung steinhart und beständig.

Anstrich:
Die Farbe ist eine weitere Versiegelung und bei dieser Gestaltung kann man sich frei austoben. Wir liessen uns einen 2in1 Buntlack auf Acrylbasis (für Kinderspielzeug geeignet) in einem rotbraun anmischen. Kleine Farbtöpfchen liefern die passenden Akzente. Leider kann ein Foto das endgültige Ergebnis nicht naturgetreu abbilden.
Man sollte nicht unterschätzen wieviel Farbe so ein Becken braucht. Inklusive Decke und Boden haben wir 750ml verbraucht durch die große Oberfläche des Fliesenklebers.
Fertig gestrichen sollte das Becken 24 Stunden trocknen und auslüften.

 

Dekoration und Licht:
Als Beleuchtung dient eine normale 60W Glühbirne. Die schlechte Energieeffizienz nützt uns hier, denn sie gibt viel Wärme ab (Sonnenplatz) und nur mässig Licht. Zusammen mit einer 20W-Heizmatte erwärmt sie das Becken.
Im Reich der Kornnattern gibt es echte Pflanzen was sehr gut für die Luftfeuchte ist. Doch die pummligen Königspythons würden jedes Pflänzchen sofort plattliegen. Darum gibt es hier nur Plastikefeu und -farn aus dem Baummarkt, um die Optik etwas aufzulockern. Ein Wassernapf und ein Versteck komplettieren das Becken.