Bau eines Inkubators für Python regius

Wenn man Königypythons züchten möchte steht man irgendwann vor der Frage, ob man das Weibchen selbst "brüten" lässt (Naturbrut), oder ob man künstlich brütet. Wir haben uns gegen die Naturbrut entschieden, weil sie das Weibchen weiter belastet und es schwierig ist die optimalen Bedingungen im Rack herzustellen. Schlangen können ihr Gelege nicht selbst warm halten.

Wir entschieden uns also für die künstliche Brut (Inkubation) und suchten uns im Internet eine Bauanleitung, denn einen Brüter wollten wir selbst bauen.
Wir inkubieren bei 30 - 31°C und annähernd 100% Luftfeuchte. Diese Werte sind aber nicht in Stein gemeisselt. Es gibt Züchter, die zum Beispiel bei 25°C inkubieren und darauf schwören. Doch die meisten brüten ihre Eier bei 31°C. So steht es auch in den Büchern.

 

Material:
- 1 Styroporkiste ca. 60 Liter (61x46x33cm), günstig bei eBay
- 1 Thermocontrol II von Lucky Reptile
- 1 Heizkabel (wasserfest) 25W und 3,5 m
- Draht für den Korbeinsatz (verzinkt)
- Glasscheibe (alter Bilderrahmen)
- Klebeband, Heisskleber


Der Bau ansich ist ganz einfach. Die Kiste muss sauber sein und sollte nicht zu sehr nach Plastik stinken. Man weiss ja nie, was darin gelagert wurde. Kisten, die vorher zum Lebensmitteltransport benutzt wurden (Pizzaservice), sind vertrauenserweckend.

In den Deckel schneidet man ein Fenster und klebt mit Heisskleber das Glas rein. Das Sichtfenster ist optional, aber wir wollten eben auch mal reinschauen können.

 

In die Seite der Styroporkiste bohrt man ein Loch. Dort kann man das Heizkabel und den Fühler des Thermokontrolls durchführen. Das Loch muss man nicht unbedingt wieder verschliessen. Ein bisschen Lüftung kann nicht schaden.

Am Boden der Styroporkiste verlegt man das Heizkabel. Wir haben es festgeklebt,  damit keine Schlingen übereinander liegen. Dann giesst man gute 10cm Wasser in die Kiste. Am besten wärmt man es vorher an, denn sonst muss das Heizkabel literweise kaltes Wasser auf Temperatur bringen.

Mit dem Draht biegt man einen Korbeinsatz. Darauf stellt man das Gefäss mit dem Brutsubstrat (Vermiculit). Der Korbeinsatz muss die ganze Fläche abdecken, damit die Schlüpflinge nicht ins Wasser fallen können, denn dann würden sie ertrinken.

Und das wars auch schon. Wir haben noch eine weitere Glasplatte schief über die Eier gelegt, damit daran das Kondenzwasser ablaufen kann. Die Eier könnten absterben, wenn sie dauerhaft betropft würden.
Der Temperaturfühler wird ins Vermiculit zu den Eiern gesteckt und regelt die Leistung des Heizkabels.
Das viele Wasser in der Kiste erzeugt die hohe Luftfeuchte. Es hat den positiven Effekt, dass es die Wärme speichert. Wenn man also zwischendurch mal zur Kontrolle den Deckel öffnet entweicht nicht die komplette Energie, sondern der Inkubator kommt schnell wieder auf Temperatur. Der Brüter sollte immer genug Wasser haben. Läuft er trocken sterben die Eier ab und das Styropor könnte im schlimmsten Fall schmelzen - Brandgefahr!

Unser Inkubator steht in einer Plastikwanne (Komplementschublade von Ikea), falls doch ein Loch im Styropor wäre. Bisher ist aber nichts ausgelaufen.
Der Deckel ist nie ganz dicht verschlossen, sondern einen kleinen Spalt geöffnet, damit die Kiste etwas Lüftung hat.

 

Nun noch viel Erfolg bei der Zucht!