Haltung von Python regius

Wer sich ein bisschen informiert, mal hier liest, mal dort nachfragt, stellt schnell fest, dass es keine einheitliche Meinung über die Haltung von Königspythons gibt. Man ist sich zwar über maximale und minimale Temperatur und Feuchtigkeit einigermaßen einig, aber wie groß das künstliche Habitat sein und wie es aussehen soll ist immernoch Diskussionsgegenstand. Dies hat uns zu Anfang sehr verwirrt, daher hier ein paar warme Worte von unserer Seite.

In der Fachwelt - zumindest darauf bezogen, was wir gelesen und gehört haben - gibt es wie gesagt keine eindeutige Empfehlung wie man Python regius unterbringen soll. Die einen befürworten die Rackhaltung, andere sind für Terrarienhaltung. Beide Formen haben wir zur Zeit in Betrieb und wollen sie hier diskutieren.

 

Rackhaltung:
Man könnte auch Schubladenhaltung dazu sagen. So werden in einem Regalsystem mehrere Schubfächer angebracht und vom Boden des Regalbretts oder von der Seite aus beheizt.
Die Schublade ist eng, dunkel und das Tier hat kaum Einflüsse von aussen. Dies soll simulieren, dass in Afrika Königspythons in Erdlöchern, verlassenen Nagetierbauten oder Termitenhügeln leben.
Diese Haltungsform wird von manchen favourisiert, von anderen heftig kritisiert.
PRO: Die Tiere sind ungestört - schlechte Fresser haben oftmals hier genügend Ruhe und nehmen wieder Futter an. Es ist platzsparend, kostengünstig und leicht zu reinigen, was gerade für Züchter ein Argument ist. Es soll dem natürlichen Habitat nachempfunden sein. In Termitenhügeln Afrikas herrschen konstante Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte, die im Rack einfach hergestellt werden können.
CONTRA: Die Tiere werden reizarm gehalten, was nicht der natürlichen Lebensweise entsprechen kann. Es wurde in Mägen toter Wildfänge Vögel gefunden, die sicher nicht in einen Termitenbau gelangen würden. Natürlich spielt es auch für den Pfleger eine Rolle, dass man die Tiere nicht im Rack sehen kann. Für viele das Hauptargument: Racks sind klein! Boxen von 50x100 cm bei 18cm Höhe sind üblich, mancher hält seine Tiere noch kleiner.

 

Rack

Terrarienhaltung:
Die klassische Terrienhaltung wird ebenso kritisch diskutiert, ist der Königspython doch als "besonders empfindliche" Schlange verschrien - ein sensibles Tier, das keine Störung verzeiht.
PRO: Man kann die Schlange beobachten. Das bringt nicht nur Freude, sondern man kann auch einfach Sichtkontrolle machen, ob das Terrarium verschmutzt ist ohne die Schlange durch aufziehen eines Racks zu stören. Ein Terrarium lässt sich abwechslungsreicher einrichten, selbst kleine Klettermöglichkeiten sind denkbar, ebenso wie verschiedene Verstecke und große Wasserschalen.
CONTRA: Manche Königspythons fressen schlecht wenn sie in zu großen Becken gehalten werden. Woran dies liegen kann wird nur vermutet. Weiterhin sind die Tiere schlechte Kletterer und können sich in zu hohen Terrarien durch Stürze verletzten.


Terrarium

Terra-Rack-Kombination:
Wie der Name schon sagt ist dies eine Kombination aus beiden oben genannten Haltungsformen. Man baut ein gewöhnliches Terrarium in Köpy-geeigneter Höhe und setzt darunter  ein gewöhnliches Rack. Beide Kammern werden durch ein Loch verbunden. So soll das Tier die Möglichkeit erhalten nach Belieben den Aufenthaltsort wechseln zu können - wie in der Natur. Will die Schlange klettern kann sie es tun, will sie sich in Sicherheit verbergen hat sie die Möglichkeit. Dabei ist zu beachten, dass beide Abteilungen, Terra und Rack, ausreichend geheizt werden müssen. Wenn im Rack kuschlige 31°C herrschen, im Terrarium aber nur zwei Stunden am Tag die Beleuchtung heizt macht das ganze keinen Sinn.

 

Unsere Erfahrungen mit dieser Haltung:

Wir haben derzeit drei Terra-Rack-Kombinationen in Gebrauch. Wir haben nicht ein großes 100x50 Rackabteil, sondern zwei kleine eingesetzt. Auch haben die die Schublade mit einem Brett gesichtert, damit kein Tier sie rausschieben kann. Ausserdem hält sich so die Temperatur besser.

In unseren drei Terra-Racks leben zwei gleichgeschlechtliche Tiere. Es ist also eine Kombi aus zwei Experimenten. Wir konnten in der Zeit keine negativen Auswirkungen auf die Tiere feststellen. Sie fressen super, häuten sich, k*cken :-) Sie nutzen die verschiedenen Abteile ihrer Unterkunft nach verschiedenen Mustern. Tiere, die gefüttert wurden, sind an den ersten beiden Tagen meist im Rack und ziemlich bewegungslos. Danach suchen sie ihre Sonnenplätze im Terra auf und verbringen da auch viele Stunden im Hellen. Haben die Tiere wieder Hunger sind sie im Becken unterwegs, stöbern, klettern, untersuchen die Scheiben und Lüftungen.

 

Wir sind von dieser Haltungsform überzeugt und freuen uns täglich über die Entscheidung.

Terra-Rack-Kombination