Rattenkäfig

Sven und ich halten nun schon Ratten, seitdem wir zusammen wohnen. In dieser Zeit haben wir verschiedene Käfigtypen durchlaufen und immer wieder neues ausprobiert. Manche Käfige hatten nur Nachteile und erwiesen sich als ungeeignet für die Rattenhaltung. Andere Käfige hatten ihre Vorzüge, aber Macken. Hier wollen wir mal vorstellen, zu welcher Meinung wir gekommen sind.

 

Hamsterkäfig
Unsere ersten beiden Ratten bewohnten einen kleinen Hamsterkäfig. Wir waren noch Anfänger und wir hatten wirklich keine Ahnung von Rattenhaltung. Wir kamen aber relativ schnell selbst darauf, dass ein handelsüblicher Hamsterknast viel zu klein für Ratten und ihren Bewegungsdrang ist.

 

Terrarium
Wir bauten kurz darauf ein Terrarium. Wie wir auf die Idee kamen, dies sei eine bessere Behausung als der Hamsterknast, weiss ich nicht mehr. Dass ein Terrarium ebenfalls ungeeignet ist für die Rattenhaltung, erfuhren wir erst später. Bei Terrarien ist die Belüftung ein großes Problem. Durch eine schlechte Belüftung sammeln sich Ammoniakgase aus dem Urin der Ratte im Terrarium und verursachen bei den Bewohnern Reizungen der Atemwege. Ausserdem ist ein Terrarium nur schwer einzurichten, da Gitter fehlen, an denen man Ebenen, Äste, Spielzeug oder Trinkflaschen anbringen kann.

 

Selbstbau: Gitterkäfig
Mit unseren ersten Notfallratten zog auch gleich der Selbstbau ein, den sie bewohnt hatten. Es war ein recht großer Gitterkäfig von ungefähr 1m³ Volumen. Leider war er mangelhaft gebaut, sodass die Weiber immer wieder nächtliche Ausflüge veranstalteten. Wenn man sich aber geschickt anstellt und gut plant kann man so schnell, einfach und kostengünstig mit einer Bodenplatte, Volierendraht und ein paar Dachlatten einen großen Käfig zaubern.

 

Selbstbau: Schrankkäfig
Da der Gitterkäfig nicht ausbruchssicher und auch ziemlich hässlich war haben wir uns entschieden einen anderen Käfig zu bauen. Wir konnten günstig an einen Bundeswehr-Spint kommen, man kann aber fast jeden anderen Schrank für den Bau eines Schrankkäfigs verwenden. Man sollte nur darauf achten, dass man die Rückwand austauscht oder verstärkt, denn die meisten dünnen Rückwände halten ausbruchswütige Ratten nicht ab. Auch ein Schrankkäfig ist eine günstige Lösung. Bei unserem Spint haben wir große Stücke aus dem Türen gesägt und mit Draht vergittert. Ein Schliessfach konnten wir als Schlafhaus umfunktionieren und einige Ebenen waren schon fest installiert. In diesem schönen Käfig haben unsere Ratten lange gewohnt.

 

Voliere
Als sich unser Weiberrudel zusehends verkleinerte liebäugelten wir schnell mit einer Brio Medium von Ferplast. Seit dieser ersten habe ich mein Herz an Volieren verloren. Ihr folgte eine Mito von Ferplast. Miteinander verbunden bilden sie heute das Domizil meiner Jungs. Ich finde, Volieren kann man gut einrichten wegen der Gitter ringsherum. Ausserdem bieten sie so schon von sich aus viele Klettermöglichkeiten. Andere Rattenhalter halten dagegen, dass die meisten Volieren unflexibel sind und sich nicht an die Bedürfnisse des Halters anpassen lassen. Ausserdem sind bei vielen Volieren die Türen zu klein. Damit haben wir uns arangiert, ausserdem sind unsere Volieren sowieso nicht so vollgestopft, sodass wir auch mit den vorhandenen Türen gut leben können. Ausserdem gefällt mir gut, dass man die Volieren rollen kann. Allerdings sind sie sehr teuer.

 

Kaufkäfig
Um unsere Mädels und die kleinen Jungs unterzubringen haben wir gebraucht zwei Gitterkäfige mit Plastikbodenschale gekauft. Diese Käfige gibt es meistens nur in einer Größe, dass dort nur maximal 3-4 Ratten wohnen können. Deshalb kam so ein Käfig nie als Hauptkäfig für uns in Betracht. Als Integrations- oder Krankenkäfig und für kleine Rudel sind sie aber durchaus geeignet. Auch hier muss man auf die Türgröße achten, da die meisten Käfige dieser Art nur winzige Türen haben. Nachteilig ist allerdings, dass manche Ratten an den Bodenschalen nagen und sie so durchlöchern. Bei manchen Käfigen ist es schwer und teuer Ersatzschalen zu bekommen.

 

Fazit
Am Ende muss jeder Halter selbst entscheiden, welcher Käfig für ihn richtig ist (wobei man die nicht artgerechten Terrarien und Hamsterkäfige von vorne herein ausschliessen sollte). Er muss in erster Linie groß genug sein, die Türen müssen so sein, dass man einfach saubermachen kann. Ausserdem muss man auch große Ratten durch die Tür bekommen, ohne dass sie sich verletzen. Ob es dann eine Voliere, ein Schrank-, Selbstbau- oder Kaufkäfig sein soll hängt vom eigenen Geschmack ab.
Grundsätzlich gilt: Der Käfig kann nie zu groß sein, sollte eine Mindesthöhe von 80cm nicht unterschreiten und sollte abwechslungsreich und artgerecht eingerichtet sein. Ebenen erhöhen die Lauffläche des Käfigs. Man sollte darauf achten, dass sich die Ratten auf den Ebenen aufrichten können. Ausserdem sollte der Käfig etwas erhöht stehen, sodass man die Ratten auf Augenhöhe hat.