Ernährung

Wie wir Menschen fressen Ratten so ziemlich alles. Aber was ist gut für die Ratte und was nicht? Was darf man ihr ohne Bedenken geben und tut ihr gut, und mit was schadet man dem Tier nur? Klar, Allesfresser, aber wie wir Menschen, muss man auch bei Ratten auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten, um sie fit zu halten und ihnen so ein langes Leben zu ermöglichen.

 

Der Grundstein für die rattige Ernährung ist das Trockenfutter. Da hat man leider die Qual der Wahl. Der Handel bietet mittlerweile eine breite Palette an verschiedenen Rattenfuttersorten an. Hamster- oder Meerschweinchenfutter ist für die Ratte ungeeignet, da sie einen höheren Eiweissbedarf als andere Nager haben und diesen auch über das Trockenfutter aufnehmen müssen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Mischung wenig oder keine Presspellets enthält. Ratten fressen sie nicht und man muss so nur unnötig Futter - und somit Geld - wegwerfen. Das Körnerfutter sollte auch nicht zu viele Sonnenblumen- oder Kürbiskerne enthalten, da diese dick machen. Das Grundfutter kann dann noch mit allerlei verfeinert werden: Ungesüssten (!!!) Cornflakes oder Haferflocken, ungesüsstem Frucht- oder Nussmüsli (kein Schokomüsli *g*). Wie für die ganze rattige Ernährung gilt auch hier, Ratten sind Individualisten, nicht jede Ratte mag dieses oder jenes Futter und man muss oft ein bisschen herumprobieren.

Wir haben früher selbst unser Futter gemischt. Mittlerweile sind wir aber dazu übergegangen "Rattima" zu verfüttern. Das ist ein speziell für Ratten gemischtes Körnerfutter. Es enthält keine Pellets und ist so ausgelegt, dass man dem Grundfutter nichts mehr hinzufügen muss. Wenn man die Möglichkeit hat es in großen Mengen zu lagern, dann ist der Kilopreis auch niedriger als bei herkömmlichem Futter. Hauptgrund ist aber auch, dass wir uns jetzt keine Sorgen mehr machen müssen, ob wir unseren Ratten das Futter ausgewogen mischen. Wir kaufen unser Rattima in 18kg-Säcken und frieren es portionsweise ein. So hält es sich länger und potentielle Schädlinge haben keine Chance.

 

Zu einer ausgewogenen Rattenernährung gehört auch tägliches Frischfutter. Mit der Zeit wird man schon herausfinden, was den Ratten denn so schmeckt, aber es gibt Dinge, die man beachten sollte: Geeignet sind fast alle Obstsorten bis auf Zitrusfrüchte. Einmal brauchen Ratten das darin enthaltene Vitamin C nicht, und ausserdem fördert die Säure Harnstein und Durchfall. Bei uns sind Bananen, Äpfel, Birnen, versch. Beeren und Trauben besonders beliebt. Die Finger MUSS man von Avocados lassen, diese können für Ratten tödlich sein! An Gemüse kann auch sehr viel angeboten werden, allerdings sollte man darauf achten keine Kohlsorten zu verfüttern, da diese blähen. Ansonsten dürfen z.B. Paprika, Karotten, Gurken, gekochte (!) Kartoffeln, Tomaten oder versch. Salate in den Käfig. Natürlich alles gut gewaschen und gegebenenfalls geschält.Wer möchte kann das Obst/Gemüse noch in kleine Häppchen schneiden. Wir machen das aber meistens nicht mehr. Wir füttern pro Käfig je nachdem zum Beispiel eine ganze Tomate, 2 ganze Karotten usw. Die Ratten haben sich daran gewöhnt und wenn es mal schnell gehen muss ist es eine gute Alternative. Auch haben wir festgestellt, dass sie das Futter dann nicht mehr durch den ganzen Käfig schleifen können (und ich es suchen darf). Aber das bleibt jedem selbst überlassen, wie er / sie es machen möchte : )

 

Bei der Menge sollte man daran denken, weniger ist manchmal mehr. Meint man es zu gut mit dem Frischfutter, kann es zu Durchfall kommen. Auch sollte man täglich den Käfig kontrollieren, um nicht gefressene Reste zu entfernen, damit nichts anfängt zu schimmeln oder zu faulen. Dabei kann man dann auch herausfinden, was wirklich gefressen wurde und so die Menge nach und nach daran anpassen. Für unsere "fetten Kastraten" war das Frischfutter = Diät. Wir haben die tägliche pro-Kopf Menge an Frischfutter langsam gesteigert, damit sie sich daran gewöhnen konnten. Schliesslich frassen sie mehr davon und so weniger Trockenfutter und nahmen ganz toll ab.

 

Wer Zeit und Lust hat kann auch für die Ratten eigenes anbauen. Wir säen zum Beispiel Löwenzahn, Kresse oder Nagerkräuter in einen Blumentopf und verfüttern dann unsere Ernte. Gänseblümchen sind auch sehr beliebt. Allerdings wäre ich da sehr wählerisch: Nichts sollte direkt an der Strasse gesammelt werden. Auch sollte man darauf achten die Kräuter und Gräser seeeeeeeehr gründlich zu waschen. Sonst holen sich die Ratten von der Leckereien noch lästige Untermieter von Nachbars Katze, die am Vorabend durch den Garten gestreift ist. *Iiiieh* Deswegen sammeln wir nichts selbst, das Risiko ist uns einfach zu gross.

Da Ratten Nager sind brauchen sie auch Nagematerial, wenn sie sich nicht an den Möbeln vergreifen sollen. Altes, hartes Vollkornbrot oder Nüsse (in geringen Mengen - fettig) sind auf diesem Gebiet auch Nahrungsergänzung. Für den Käfig kann man sich Äste von ungespritzen Obst- oder Nussbäumen holen. Diese müssen allerdings nachbehandelt werden, sonst können sich die Ratten Krankheiten einfangen (Würmer, Milben etc.). Die Äste erstmal mit heissem Wasser abwaschen (in der Dusche / Badewanne abbrausen) und dann im Backofen gut durchbacken.

 

Ratten müssen immer frisches Wasser in ihrem Käfig haben. Am einfachsten ist es, das Wasser in einer sogenannten Nippeltränke anzubieten. Die Flasche wird an den Käfig gehängt und ist dort vor Verunreinigungen geschützt (auch spielen manche Ratten gerne mit der Kugel in der Nippeltränke). Weiterhin kann man Wasser in flachen, schweren Gefässen (Keramikschalen) in den Käfig stellen. Die Wasserschalen dürfen auch dann nicht umkippen können, wenn eine Ratte auf dem Rand sitzt, sonst gibt es nasse Füsse und eine Überschwemmung im Käfig. Diese Schalen dürfen aber nie die einzige Wasserquelle sein, da sie leicht verschmutzen und müssen deswegen mindestens einmal täglich kontrolliert werden. Manche Ratten waschen sich gerne in diesem Wasser oder planschen darin. Wenn man so etwas anbietet muss man noch stärker auf ein gut temperiertes und zugluftfreies Zimmer achten, da die Ratten sich sonst erkälten!

 

Als Belohnung für braves Verhalten beim Tierarzt oder für Zwischendurch kann man den Ratten kleine Leckerchen geben. Der Handel hält mittlerweile viele verschiedene Sorte Joghurtdrops bereit, die man geben kann. Allerdings sollten diese Leckereien nicht zum Dauerbrenner werden, da sie sehr viel Zucker enthalten und so dick machen. Daher geben wir auch natürliche Leckerchen, wie frische Kräuter, Bananen-, Apfel- oder Karottenchips. Die Palette an diesen Leckereien ist unendlich und es kommen ständig neue auf den Markt. Wer möchte kann auch für seine Ratten speziele Kekse oder ähnliches backen. Unsere Nasen lieben Nagerstangen. Man kann sie einfach in den Käfig hängen. Wir plazieren sie immer an den unmöglichsten Stellen, um den sportlichen Effekt und Anreiz zu erhöhen *g* Die Ratten müssen sich ihr Futter so selbst erarbeiten. Nicht jede Ratte mag Knabberstangen, aber alle sind Schleckermäulchen. Also sollte man auch hier auf die Menge achten, sonst werden die Ratten schnell fett. Vitamin-, Käse- oder Malzpasten sind oft der Renner. Auch hier sollte man die täglich empfohlene Menge beachten. Man muss nicht unbedingt die extra für Ratten hergestellten Pasten kaufen. Die sind meistens um einiges teurer, enthalten aber das selbe wie die billigeren Katzenpasten. Um den Ratten die extra Portion Eiweiss zu geben kann man auch ein hartgekochtes Ei anbieten. Jungratten schaffen es oft nicht die Schale selbst zu knacken, für ältere, erfahrene Ratten ist das aber ein großer Spass. Das Ei sollte aber auch nicht zu oft gegeben werden. Auch Käse, Joghurt und Quark sind für das wichtige Eiweiss ein guter Spender.

 

Don'ts!!! Ratten sind keine Müllverwerter. Essensreste gehören genausowenig auf den Speiseplan wie verdorbene Waren. Hier gilt die Faustregel, was ich nicht essen würde, bekommen auch die Ratten nicht (Nebenbei, schon mal einen Drops probiert? Die Dinger schmecken echt gut *lol*). Gewürzte Speise, Süssigkeiten, salzige Knabbereien oder Alkohol gehören nicht auf den rattigen Speiseplan. Sie sind für sie einfach ungesund!!! Allerdings macht es hier auch die Menge. Mikroskopisch kleine Stückchen Schokolade oder Wurst konnte ich kleinen, schwarzen Knopfaugen noch nie abschlagen : ) Und eine kranke Ratte, die so schon kaum isst, bekommt von mir fast alles. Trotzdem sollte das die Ausnahme sein, ansonsten tut man seinen Ratten nichts gutes und verkürzt nur ihr Leben.